Wer kann sich Sanieren noch leisten?

Eine deutsche Studie über die Kosteneffizienz von Wärmedämmungen an Wohngebäuden erregt auch hierzulande die Gemüter. Aber wie verhält es sich mit den Kosten und Nutzen von ­Wärmedämmfassaden tatsächlich?

Den Stein ins Rollen brachte vor geraumer Zeit ein Artikel der Zeitschrift „Die Welt" mit dem Titel: „Die große Lüge von der Wärmedämmung". Darin wird auf eine für die deutsche Förderbank „Kreditanstalt für Wiederaufbau" (KfW) durchgeführte Prognos-Studie über Kosten und Nutzen der Energiewende eingegangen, in der auch Kosten und Nutzen von Wärmedämmfassaden gegenüber­gestellt werden.

Und das Ergebnis dieser Untersuchung sei ernüchternd, heißt es in dem Artikel: Energetische Sanierungen würden mehr Geld verschlingen, als dadurch eingespart werden könnte. Nicht einmal bei energieeffizienten Neubauten würde sich die Investition über die eingesparten Energiekosten amortisieren.

In Deutschland löste diese Meldung umgehend heftige Reaktionen aus. Die Deutsche Energie-Agentur etwa bekräftigte, hunderte Praxisbeispiele würden belegen, dass die Mehrkosten für die energetischen Maßnahmen sich sehr wohl über die Energieeinsparung refinanzieren ließen. Im Beitrag der „Welt" sei nur nicht unterschieden worden zwischen den ohnehin für Neubau oder Sanierung anfallenden Kosten und den Mehrkosten, die energiesparende Maßnahmen verursachten. Die „Hessische Energiespar-Aktion" warnte gar davor, sich von den Falschmeldungen verunsichern zu lassen: Wer dem auf dem Leim gehe und an seinem Haus keine Energiesparmaßnahmen ergreife, werfe sein Geld für weiter steigende Heizkosten aus dem Fenster. Die in der Diskussion geäußerte Behauptung, die Investitionskosten lägen höher als die Einsparungen, sei schlichtweg falsch.

Einsparungen erzielbar
Mit Verzögerung ist diese Diskussion um die Kosteneffizienz von Wärmedämmungen an Wohngebäuden dann auch nach Österreich übergeschwappt. Wobei auch hierzulande die Experten weniger den Inhalt der Studie kritisieren als vielmehr deren medial verkürzte Wiedergabe. Franziska Trebut, wissenschaftliche Projektmanagerin der Ögut, der Österreichischen Gesellschaft für Umwelt und Technik: „Aus dieser Studie haben dann die Medien die ermittelten Gesamt­investitionen herangezogen, die notwendig sind, um im Wohnbausektor bestimmte Einsparziele bis 2050 zu bewirken. Dem wurde die zu erzielende Energiekosteneinsparung gegenüber­gestellt. Wobei der Ohnehin-Aufwand, der für laufende Instandhaltung oder konventionelle Neubauten notwendig ist, nicht vom Mehraufwand für höhere energetische Standards auseinandergerechnet wurde." Wenn man das aber tue, dann seien die Mehrkosten durch die Einsparungen sehr wohl weitgehend erzielbar. Hinzu kämen Komfortgewinne und Beschäftigungseffekte am Arbeitsmarkt. Beides habe die KfW in ihrer Argumentation für die Sanierungsförderungen angeführt, sagt Trebut und stellt differenzierend klar: „Nehmen Sie zum Beispiel den Fenstereinbau. Wenn man für ein neues Gebäude Fenster auswählt, hat man Standardprodukte am Markt und solche, die energieeffizienter sind. Da kann man als energetisch relevante Mehrkosten natürlich nur die Kostendifferenz ansetzen, sprich man kann nicht die gesamten Kosten für eine Drei-Scheiben-Isolierverglasung inklusive Einbau heranziehen und erwarten, dass diese sich über die Energieeinsparung finanzieren lassen." Genau das sei aber, wie gesagt, nicht in der Studie selbst, sondern in deren Rezeption in den Medien so gemacht worden.

Bei den Wohnbaubeständen sei es genau genommen ähnlich. Da gebe es bestimmte Instandhaltungszyklen, je nachdem, welche Gebäudeteile man betrachte: „Bei der Haustechnik sagt man, dass diese nach rund 20 Jahren ausgetauscht werden muss oder dass jedenfalls Teile erneuert werden müssen, bei Dach, Wänden oder Fenstern rechnet man mit etwa 30 Jahren, bis diese zu erneuern sind", erklärt Trebut. Und hier sei es eben auch wichtig, wirklich nur die Mehrkosten anzusetzen. Wenn ein Gebäude älter ist, empfiehlt Trebut, sich einen fachkundigen Berater oder Planer zu nehmen, der ein Sanierungskonzept erstellt und darin sinnvolle Maßnahmen nennt, die dann entweder auf einmal oder schrittweise in einer sinnvollen Reihenfolge ausgeführt werden.

Bei der ganzen Diskussion fehlt der Ögut-Projektmanagerin aber auch eine über den Einsparungseffekt hinausgehende ganzheitliche Betrachtung der Wohnqualität durch Sanierung: „Der Wärmeschutz bewirkt zum einen Energieeinsparung, zum anderen aber natürlich auch eine Komfortsteigerung, beispielsweise dadurch, dass es im Winter in der Nähe der Fenster nicht mehr zugig und kalt ist und man die Wohnfläche daher wirklich voll nutzen kann."

Steigerung der Wohnqualität
Herbert Greisberger, Geschäftsführer der Energie- und Umweltagentur NÖ, weist die Aussage, dass sich eine Dämmung nicht rechnet, ebenfalls „entschieden zurück", weil es in dieser Verkürzung sicher nicht richtig sei. „Jeder weiß, Sanierung von Gebäuden ist keine billige Angelegenheit, aber kaum jemand saniert ausschließlich wegen der Heizkosten", so Greisberger, „daher ist es unsinnig, nur den finanziellen Aspekt zu betrachten und zu sagen, eine Sanierung, die eine wesentliche Verbesserung der Gebäudequalität darstellt, und zwar bei jedem Gebäude, müsse sich ausschließlich aus den eingesparten Heizkosten decken." Wer sich ein neues Auto kaufe, tue das auch nicht aus dem Grund, dass sich die Gesamtinvestition dafür aus dem geringeren Energieverbrauch decken solle. Zu einem ganz großen Teil rechne sich die Sanierung aber auch aufgrund der eingesparten Energiekosten.

Die Prioritätenreihung von mehreren Nutzen einer Sanierung sind für Greisberger dennoch klar: „Der wichtigste Nutzen ist die Steigerung der Wohnqualität und des Wohnkomforts. Erst als Zweites stellt sich die Frage, wie eine eventuelle Sanierung erfolgen soll, damit die Betriebskosten – und die Energiekosten sind ein wesentlicher Teil davon – nachher geringer sind und so eine wirtschaftlichere Relation hergestellt werden kann. Man muss es in dieser Abfolge sehen und nicht umgekehrt." Greisberger ist sich jedenfalls sicher, „dass die meisten Menschen, die ich kenne, sagen würden, Sanieren und Dämmen lohnt sich, die Wohnsituation ganzheitlich betrachtet".

Überschaubarer Mehraufwand
Ähnlich sieht dies Hans Jörg Ulreich, Geschäftsführer der gleichnamigen Bauträger GmbH: „Saniert wird – vor allem beim Einfamilienhaus – weniger wegen der Energieersparnis als vielmehr wegen des Wohnkomforts. Fenster ziehen, die Fassade ist nicht mehr schön und gehört ohnehin erneuert. Und wer das Geld hat und womöglich einen Euro-Crash fürchtet, leistet sich eben auch eine Wärmedämmung für die nächsten 30 Jahre." Auch die neue Wohnzimmercouch sei keine Kostenersparnis. Nicht alles lasse sich rein monetär begründen.
Wobei man, so Ulreich, aber auch den rein monetären Aspekt einer Sanierung differenziert sehen müsse: „Sind bei einem Haus die Fassade und die Fenster in Ordnung, dann rechnet sich eine Sanierung auf einen noch besseren energetischen Standard finanziell de facto nie, zumindest nicht bei den jetzigen Energiepreisen. Wenn aber die Fassade und die Fenster kaputt sind, dann macht es Sinn, auf das höchstmögliche und kostenoptimale Fabrikat zu wechseln, es müssen sich dann ja nur mehr die Mehrkosten amortisieren. Wird die Fassade saniert, muss man sowieso ein Gerüst aufstellen, und ob man dann den Putz nur ausbessert oder gleich einen Vollwärmeschutz draufgibt – der Mehraufwand ist überschaubar, man hat aber die optimale Wärmeeinsparung."

Naturgemäß anders verhält es sich bei Gründerzeithäusern. Ulreich: „Bei einem Großteil der Gründerzeithäuser sind Fassade und Fenster kaputt, da besteht also ohnehin akuter Sanierungsbedarf, sodass sich hier nicht wirklich die Frage der Wirtschaftlichkeit stellt." Die Fenster müssten ohnehin getauscht werden, und ob man nun Zwei-Scheiben-Fenster oder Drei-Scheiben-Passivhaus-Fenster einbaue, sei nicht mehr der entscheidende Kostenfaktor.

Wenn, dann zukunftsfähig und fachgerecht
Sehr wohl entscheidend sowohl für Kosten- wie auch für Energieeffizienz ist hingegen die Qualität einer Sanierung. Herbert Greisberger: „Leider gibt es eine Menge Sanierungen, bei denen der energetische Aspekt nicht hinreichend berücksichtigt, wo zu wenig gedämmt wird." Daher sei seine wichtigste Botschaft: „Wenn man ein Gebäude saniert, dann soll man es wirklich zukunftsfähig machen."
Denn es sei einfach schade, nicht darauf zu achten, den energetischen Aspekt gleich mit zu berücksichtigen und entsprechend zu optimieren. Schließlich werde ja nur alle 20 bis 30 Jahre saniert.

Als ineffizient und nicht zukunftsfähig erweist sich häufig auch, wenn nur Einzelsanierungsmaßnahmen getroffen werden, zum Beispiel ein alleiniger Fenstertausch. „Das wird oft gemacht und ist durchaus problematisch, denn da kann genau das passieren, was häufig als Folge von Wärmeschutzmaßnahmen genannt wird – dass es zu Schimmelbildung kommt", sagt Franziska Trebut und erklärt konkret, wie es dazu kommen kann: „Bei einer hohen Luftfeuchtigkeit im Raum ist es so, dass sich diese Feuchte immer dort absetzt, wo es am kältesten ist. Wenn man nun ein vergleichsweise gutes Fenster hat und daneben eine noch eher schlechte Wand, dann kondensiert das Wasser nicht mehr wie früher am Glas, an dem kein Schimmel wachsen kann, sondern an der Wand, wo der Schimmel dann beste Wachstumsbedingungen findet. Es ist immer schlecht, wenn der schwächste Teil der Fassade nicht mehr das Glas ist, sondern die Wand."

Man sollte also beides auf einmal machen, die Fassade dämmen und die Fenster tauschen. In der Regel leicht zu dämmen sei die oberste Geschoßdecke, „was bezogen auf das ganze Haus auch den besten Effekt bringt, sprich bezogen auf die Kosten, die man einsetzen muss – weil nach oben am meisten Wärme im Gebäude verlorengeht", so Trebut.

Und nicht zuletzt spricht Hans Jörg Ulreich im Zusammenhang mit Ineffizienz auch das Stichwort „Baumängel" an: „Durch die neue Technik und durch das Dämmen und neue Fenster wird immer dichter gebaut. Das Bauen ist nicht mehr Lowtech, wie es jahrhunderte- oder jahrtausendelang der Fall war, es ist jetzt Hightech. Man muss die Fenster abkleben, Kältebrücken beachten, Lüftungsverhalten abstimmen und vieles mehr." Das Produkt Wohnen werde immer komplexer, und viele, die das ausführten und oft auch nicht der deutschen Sprache kundig seien, würden das nicht fachgerecht schaffen. „Die Arbeiter sind mit diesen neuen komplexen Baustoffen oft überfordert, und dadurch kommt es zu mehr Schäden als früher, auch Schimmelbildung, Kondenswasser und anderes mehr."

Quelle: Österreichische Immobilien Zeitung, Ausgabe 04/2014

 

Cash für energetische Sanierung

Auch 2014 stellt das Ministerium für ein lebenswertes Österreich wieder Direktfördermittel für umweltrelevante Sanierungsmaßnahmen im betrieblichen Bereich bereit.Die nächsten Jahre stehen unter Vorbehalt der budgetären Situation.

Der beste Anreiz dafür, dass etwas für die Umwelt und den Klimaschutz getan wird, ist natürlich bares Geld. Die Politik hat das auch erkannt und fördert seit einigen Jahren verstärkt cash umweltrelevante Sanierungsmaßnahmen für Gebäude im betrieblichen Bereich. Auch 2014 stellt das Lebensministerium diesen Fördertopf bereit, der von der Kommunalkredit Public Consulting (KPC) verwaltet und gemanagt
wird. Und wenn nicht alle Budgetstricke reißen, sollen diese Direktfördermittel auch nächstes Jahr wieder den Betrieben zur Verfügung stehen.

Dabei gibt es grundsätzlich zwei Varianten. Zum einen gibt es Direktförderungen bis zu 50 Prozent für eine sogenannte .Mustersanierung" mit der sehr hoch gelegten Latte, 80 Prozent der eingesetzten Gesamtenergie (Strom und Wärme) für ein Gebäude aus erneuerbaren Energiequellen zu beziehen. Und wenn dann noch die Dämmstoffe aus nachwachsenden Rohstoffen sind, gibt es einen Bonus. Diese Förderschiene gilt ab 23. April 2014 bis Oktober 2014.

Nun ist es aber nicht immer möglich, 80 Prozent erneuerbare Energieträger einzusetzen, etwa wo man an eine Ölheizung, Gas oder fossile Fernwärme (in Städten) gebunden ist. Beim Einsatz fossiler Fernwärme im innerstädtischen Bereich macht die Mustersanierung
eine Ausnahme, allerdings muss hier der Gesamtstrombedarf aus erneuerbaren Energieträgern gedeckt werden. Geht es sich aus diesen oder anderen Gründen mit einer Mustersanierung also nicht aus, gibt es immer noch eine zweite Variante der Direktförderung für energieeffiziente Maßnahmen, die bis zu 35 Prozent beträgt. Den Schwerpunkt dabei bildet die thermische Sanierung der Gebäudehülle - Fassadendämmung, neue Fenster, Dämmung von Geschoßdecken. Dachdämmung. Aber auch Maßnahmen im Gebäude, die Haustechnik betreffend, können die Energieeffizienz in förderrelevantem Maße steigern, zum Beispiel eine energieeffiziente LED-Beleuchtung, im Heizungsbereich hocheffiziente Umwälzpumpen, die wesentlich weniger Strom verbrauchen als ältere Umwälzpumpen, bis hin zu einer effizienten Wärmerückgewinnung der Lüftungsanlagen. wo die Energie der Abwärme wieder herausgeholt und damit die Zuluft aufgewärmt wird. Und nicht zuletzt eine Regeltechnik, die keine Energie verschwendet. Die .Mustersanierung" ist also die sehr ambitionierte Förderschiene, wo die Latte auch deshalb so hoch gelegt ist, weil diese Objekte auch Vorbildwirkung haben sollen - sie sind dann auch auf www.mustersanierung.at zu fm den. Die "Thermische Sanierung" ist die Standardförderschiene, die auch abgestuft in Anspruch genommen werden kann. Das heißt, es gibt auch die Möglichkeit einer Teilsanierung. die dann eben zu einem entsprechend geringeren Prozentsatz gefördert wird. Zum Beispiel nur Fenstertausch. Je nach Größe der Energieeinsparung ist der Fördersatz für die "Thermische Sanierung" gestaffelt von 15 Prozent bis 35 Prozent für eine umfassende Sanierung, wo die ganze Gebäudehülle gedämmt wird. Die Standardförderschiene gilt bereits ab dem 1. Jänner 2014 bis Ende des Jahres, mit der .Mustersanierung" hat man Ende April begonnen.

In jedem Fall soll mit dem Direktfördersystem die CG2-Einsparung belohnt werden, und die hängt naturgemäß mit der Energieeinsparung zusammen. Daher auch die Staffelung der Fördersätze bis hin zur 50 Prozent. Förderungswürdig sind im Prinzip alle - mindestens 20 Jahre alten - Gebäude, die nicht der Wohnnutzung dienen, wo aber für Menschen geheizt oder gekühlt werden muss: Bürogebäude. Produktionsgebäude, Gewerbebetriebe, Beherbergungsbetriebe, aber auch öffentliche bzw. kommunale Gebäude wie Schulen oder Vereinsgebäude bis hin zu konfessionellen Einrichtungen. Wobei in jedem Fall auch entscheidend ist, dass  das Förderansuchen vor der Umsetzung der Sanierungsmaßnahmen gestellt wird. Haben die Bauarbeiten schon begonnen, ist es zu spät. "In so einem frühen Stadium kann man auch die Förderhöhe noch beeinflussen durch entsprechende Maßnahmen", sagt Rudolf Großauer, Projektleiter bei der Grazer Energieagentur (GEAj, einem Ingenieurbüro mit mehr als einem Dutzend Mitarbeitern, die sich schwerpunktmäßig mit dem Thema Umwelt- und Klimaschutz durch Energieeffizienz von Gebäuden auseinandersetzen, aufgeteilt in internationale beziehungsweise EU-Projekte und nationale Projekte. Eine Kernkompetenz der GEA sind Förderungen für umweltrelevante Sanierungsmaßnahmen im betrieblichen Bereich. "Das heißt, wir haben diesbezüglich ein sehr breites Know-ow, von der Gebäudehülleh und der Infrastruktur über die Haustechnik bis zur Energieversorgung", so Großauer, "und wir betrachten den Bereich Bnergieeffizienz auch dementsprechend ganzheitlich."

So entwickeln die unabhängigen GEA-Techniker und -Berater Konzepte und Maßnahmen, die nicht nur Energieeinsparung bringen, sondern mit den vorgeschlagenen Sanierungsmaßnahmen auch die Kriterien dieser betrieblichen Direktförderungen erfüllen. Sie begleiten und unterstützen die Förderantragsteller von der Bestandserhebung bis zur Abrechnung. Großauer: "Wir führen alle Berechnungen durch, die notwendig sind, um die Fördergrenzwerte zu erreichen und einzuhalten, wir erstellen den Förderantrag und sind auch in der Einreichphase unterstützend mit dabei." Nach erfolgter Umsetzung der Maßnahmen kommt der komplexe Teil der Förderabrechnung. "Alle durchgeführten Maßnahmen müssen natürlich mit Rechnungen belegt werden, und auch diese Phase wird von uns begleitet und unterstützt", so Großauer, "damit auch die Abrechnung so professionell wie möglich durchgeführt werden kann und es keine Abschläge gibt wegen etwaiger nicht ordnungsgemäß eingesandter Rechnungen."

Darüber hinaus zeigen die GEA-Experten verschiedene Finanzierungsmodelle für eine energetische Sanierung auf. Beispiel Sanierung des Bades Aqua Nova in Wiener Neustadt, wo dringend die Filteranlagen erneuert werden mussten, die nötigen Finanzmittel dafür sowie für weitere Sanierungen aber nicht zur Verfügung standen. Hier wurde ein Contractingmodell für die Umsetzung entwickelt, wo die Investition sich durch die Energieeinsparung refmanziert hat. Eine solche Finanzierungslösung sei "natürlich interessant, wenn es um einen Betrieb geht, der sehr hohe Energieverbräuche hat", sagt Großauer. Heute zahle das Hallenbad jährlich 214.000 Euro weniger an Energiekosten - eine Energieeinsparung von 32 Prozent. Und: "Durch die Einsparungen konnten die nötigen Erneuerungen mit einem Gesamtvolumen
von 1,45 Millionen Euro binnen zehn Jahren fmanziert werden." Fünf Mustersanierungen hat die GEA in den vergangenen Jahren begleitet, wo eben bis zu 50 Prozent Fördermittel für energiesparende Maßnahmen geflossen sind: Betriebsgebäude. Bürogebäude. Großhandelsgebäude, Beherbergungsgebäude. Aber auch mit der Standardförderschiene für thermische Sanierungen konnte die GEA Fördermittel für Betriebe lukrieren wie etwa auch für die thermische Sanierung von Bahnhofsgebäuden der ÖBB. Als aktuelles Vorzeigeprojekt gilt ein ehemaliges Zielpunkt-Geschäfts gebäude, das von der LSI Leistungsgruppe von Installateure erworben wurde. Großauer: "Dieses Gebäude wird gerade aufgrund des Alters und des ineffizienten Zustandes der Gebäudehülle sowie der Haustechnik im
Rahmen der Mustersanierung energetisch saniert. Nach der Fertigstellung der Sanierungsmaßnahmen im Herbst 2014 soll ein Plusenergiehaus entstanden sei." Das Gebäude soll dann aus erneuerbaren Energiequellen mehr Energie erzeugen, als es selbst für den Betrieb verbraucht.

Quelle: Österreichische Immobilien Zeitung, Ausgabe 05/2014